Wie aus Fehlern Möglichkeiten werden

„Warum immer dieselben Fehler machen, wenn wir verschiedene machen können?“
Pavel Kosorin

Warum Fehler Helfer sind? (steht ganz am Ende dieses Artikels)*

Wie wäre es, wenn Du genau so sein möchtest, wie Du bist? Wenn Du Dir eine Auszeit nehmen würdest, Dich eine Zeit lang nicht verändern willst, nichts besser machen willst? Wie wäre es, wenn Du einfach zufrieden wärst, mit dem was Du bist? Wenn Du von Perfektionismus, Leistungsdruck und Kontrolle einfach ein wenig Abstand nehmen würdest? Und – wie wäre es, wenn es einen einfachen Weg dahin gäbe?

Wahrnehmen was ist – Ressourcen entdecken

In Tanz zu Dir Selbst arbeiten wir mit achtsamer Körperwahrnehmung und stellen so unseren Ist-Zustand fest. Das was schon da ist. Fühlt sich mein Körper gerade angespannt, entspannt, warm, kalt, weich, hart oder irgendwie dazwischen an? Und dann akzeptieren wir diese Wahrnehmungen und widerstehen der Versuchung, das Wahrgenommene auch gleich zu bewerten: Entspannung ist gut, Anspannung ist schlecht, es ist nicht gut, dass ich gerade kalte Füße habe usw. Und dann achte und wertschätze ich alles, was ich wahrnehme. Alles, was ich an mir wahrnehme, ist wertvoll und macht Sinn.

Alle unsere sogenannten Schwächen und Fehler sind da, weil sie gerade im Moment die beste Möglichkeit zu unserer psychischen Stabilität sind. Das Problem ist nicht, was wir empfinden und wahrnehmen. Das Problem ist unsere Bewertung dieses Empfindens.

Das führt wahrscheinlich dazu, dass wir beginnen, unsere Normen und Vorstellungen darüber, wie wir zu sein haben, zu hinterfragen. Diese können durchlässiger und durchgängiger werden, andere Sichtweisen können zugelassen werden.

Das ist es übrigens, was Empfindungen und Gefühle unterscheidet. Empfindungen sind die unmittelbare Wahrnehmung unserer Umgebung. Gefühle sind Bewertungen unserer Wahrnehmungen und somit gut oder schlecht. Empfindungen sind einfach da, etwas ist warm, kalt, weich, hart – im Wahrnehmen einer Empfindung gibt es keine Bewertung.

Umsetzung in Bewegung

Wenn wir dann in Bewegung kommen und uns mit den typischen Bewegungen, Schritten und Bewegungsprinzipien im traditionellen und modernen Ägyptischen Tanz beschäftigen, haben wir die Möglichkeit unsere Fähigkeiten spielerisch auszuprobieren. Du spielst zum Beispiel mit den Kategorien schnell / langsam, hoch / tief, bestimmt / unbestimmt, kraftvoll / weich, angespannt / entspannt, fließend / schüttelnd / vibrierend und findest heraus, was Dir mehr liegt.

Und damit hast Du Deine Schätze, Ressourcen, Fähigkeiten, das was schon da ist, entdeckt. Dieser ressourcenorientierte Blick auf Dich selbst ist möglich, weil Du in Bewegung ganz automatisch das zeigst, was vorhanden ist. Du machst nicht von selbst Bewegungen, die Du nicht kannst, erkennst also nicht zuerst das was fehlt (auf Dein Verhalten übertragen: Deine Fehler und Probleme), sondern das was schon da ist (also Deine Fähigkeiten und Ressourcen).

Aus Mängeln werden Möglichkeiten

Die Entscheidung ob Du dann auch „das Andere“ ausprobieren möchtest liegt bei Dir. Es erfolgt eine Umkehrung des Mangeldenkens. Aus Ich kann das nicht, mir fehlt diese Fähigkeit, dieses Wissen, ich bin dafür nicht gut genug wird das kann ich gut, das kann ich sogar besonders gut und das hier könnte ich ausprobieren wenn ich will.

Wenn Dir zum Beispiel die weichen, sanften Bewegungen besonders leicht fallen könntest Du ausprobieren wie es ist, mit viel Bestimmtheit kraftvoll aufzutreten. Und sobald Dich das zu verunsichern beginnt, ziehst Du Dich einfach wieder zurück auf das, was Du sowieso schon gut kannst (und inzwischen ja auch zu schätzen weißt!).

Was Dir das bringt? Mut zu neuen Schritten – und möglicherweise sogar Spass daran 🙂

Eine der Grundannahmen in der Tanztherapie ist die Wechselwirkung von Körper und Psyche. Für Tanztraining und Psyche heißt das: Wenn bestimmte Bewegungen einfach nicht gelingen wollen, können mentale oder emotionale Blockaden der Grund dafür sein. Eine Veränderung unserer Wahrnehmung oder unseres Denkens kann also neue körperliche Möglichkeiten eröffnen. Genauso können wir aber unsere Gefühle, Gedanken und Stimmungen beeinflussen, wenn wir unsere Bewegung verändern.

Wir machen uns also körperlich-psychische Zusammenhänge bewusst, lernen das kennen, was wir schon gut können und haben die Gelegenheit mit viel Ungezwungenheit, Freude und Neugier Bewegungen auszuprobieren, die wir noch nicht können und so unsere Handlungsmöglichkeiten zu erweitern. Und ganz nebenbei lernen wir auch noch das Bewegungsvokabular im Ägyptischen Tanz kennen 🙂

Du hast Lust bekommen, das auch auszuprobieren? Dazu hast Du die Möglichkeit in Halbtages-Workshops, in Wochenendseminaren und mehrtägigen „Reisen zu Dir Selbst„. Alle zur Zeit aktuellen Termine findest Du hier: https://astrid-pinter.at/termine/

PS: *Warum Fehler Helfer sind? Einfach die Buchstaben anders anordnen 🙂


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Astrid Pinter

Tanz- und Ausdruckstherapeutin, Tanzpädagogin. Ich leite seit über 20 Jahren Tanz- und Bewegungsgruppen für Frauen.
Mehr über mich unter "Über Mich" :-)

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