Stefi Schmid

Stefi Schmid – Tanzen in Zeiten von Corona Maßnahmen

Stefi Schmid ist Certified Laban Movement Analyst, hat Musical mit Schwerpunkt Tanz in Berlin studiert und bietet eine Ausbildung in Tanzpädagogik für Kinder & Kindertanz an. Außerdem bloggt sie und ist regelmäßig in einem Podcast zu hören.


Liebe Stefi, bitte erzähl etwas über Dich und Deine Angebote vor Beginn der Corona Maßnahmen

Ich bin Stefi Schmid CLMA, (Certified Laban Movement Analyst) und habe Musical mit dem Schwerpunkt Tanz in Berlin studiert.
Während meines Studiums unterrichtete ich bereits Kinder in Berlin und entwickelte eine Lehrmethodik Kinder motivierend zu unterrichten.
 
Dank meiner Ausbildung als staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin, greife ich künstlerische Methoden pädagogisch auf, um den tänzerischen sowie den emotionalen Ausdruck bei Kindern und Jugendlichen zu fördern.
Ich liebe es zu lernen und besuche Tanzarchive auf der ganzen Welt.
Voller Leidenschaft biete ich großen und kleinen Menschen eine Spielwiese mit Tanz, Bewegung und Kreativität um sich auszudrücken. Ich teile mein Wissen und meine Liebe zur Kreativität in meiner Tanzpädagogik für Kinder & Kindertanz Ausbildung in Berlin, meinen Fortbildungen und helfe angehenden und ausgebildeten Tanzpädagoginnen ihre Individualität in Ihrem Tanzunterricht und Business zu leben und Vertrauen in sich selbst zu gewinnen ohne dass man die eigene Freiheit dafür aufgeben muss.
In meinem »Tanze wild und frech« – BLOG & PODCAST erhält man spritzige Inspirationen, buntes und informatives Wissen, sowie Hilfestellungen und Tipps rund um das Thema Tanzpädagogik für Kinder – und manchmal fürs Leben.
Inspirierende Momentaufnahmen & mehr erhält man in meiner zweimal monatlich erscheinenden virtuellen »Tanze wild & frech« – POST.

Wie wirkt sich die aktuelle Situation auf Dein Angebot aus?

Wir schreiben Mitte Februar… ich war unterwegs nach Padua zu einem Workshop, im Radio lief morgens um 4h, dass Italien die Corona Pandemie erreicht hat.
Unschlüssig ob ich nun fliegen soll oder nicht, beschloss ich morgens um 5.30h das Auswärtige Amt anzurufen, leider bekam ich keine Auskunft, wie hoch die Gefahrenquelle ist.

So beschloss ich zu fliegen, denn meine neues Lebensjahr wollte ich mit Mut und Vertrauen beginnen.
Auf dem Workshop mittags angekommen fragte ich die dort lebenden Italiener wie hoch die Gefahr sei und was die italienischen Nachrichten denn berichteten… Nein das sei alles Panikmache und weit weg, sagten sie.
Einen Tag später kam die Nachricht, dass der Karneval in Venedig abgesagt sei und die Schulen ab Montag schließen, die Italiener auf dem Workshop wurden sukzessive unruhiger.

Ich flog zurück, raus aus der Gefahrenzone.
Anders als in Italien wurde bei der Ankunft hier kein Fieber gemessen und alle Passagiere nahmen den öffentlichen Nahverkehr.
Ich war mir unsicher ob mich das neuartige Virus erwischt hatte oder nicht, vorsichtshalber blieb ich zu Hause und unterrichtete nicht im Kindergarten.

Anfang März, mein Stundenplan für den kommenden Jahrgang 2020/2021 der Tanzpädagogik für Kinder & Kindertanz Ausbildung war endlich im »Kasten« und ich düste voller Vorfreude nach Rügen um vor der Ausbildung noch einmal durchzuatmen.

Doch alles kam anders als gedacht…

Ich reiste vorzeitig von Rügen ab und düste postwendend wieder zurück nach Berlin. Die Ausbildung mit Präsenzzeit stattfinden zu lassen war nun nicht mehr möglich.

Ich spielte schon seit dem letztem Jahr mit dem Gedanken, die Ausbildung aus Offline und Online Inhalten zu kombinieren, diesem Thema wollte ich mich in diesem Jahr widmen.

So durfte ich mich diesem Thema schneller widmen, als gedacht.

Ich gestaltete den Stundenplan also um – und produzierte Onlinevorlesungen, die sich meine Studenten in Ihrem Tempo bis zum Sommer anschauen müssen.
Hierzu gibt es immer wieder kleine Aufgaben, die sie zur hoffentlich stattfindenden Präsenzwoche im Sommer mitbringen und diese werden in die folgenden Inhalte im Präsenzmodul integriert.

Doch abgesehen von meinem Ausbildungsprogramm für angehende TanzpädagogInnen für Kinder & Kindertanz, gebe ich selber Tanzkurse für Kinder im Studio und im Kindergarten.

Stefi Schmid

Das Tanzstudio ist geschlossen und im Kindergarten kann und wird die nächste Zeit kein Unterricht stattfinden, dies schmerzt mich sehr… das Sommerfest mit einer kleinen Aufführung und den Stolz in den Augen der Kinder und im Körper sehen zu können das sind Momente die mir fehlen.

Doch was ich auch erlebe, lässt mich vor Dankbarkeit strahlen und vor Freude manchmal weinen, denn ich wurde inständig gebeten meine Rechnungen als Honorarkraft für den Kindergarten zu stellen und dies sichert mir einen Teil meiner Existenz.

Hier in Berlin hatten wir Freiberufler, aus der künstlerischen Szene bedingt durch Klaus Lederer die Möglichkeit finanzielle Unterstützung zu beantragen und wir durften diese, anders als in anderen Bundesländern, auch für unseren Lebensunterhalt nutzen.

Das Geld ist nun für eine Menge von Stornos für kommende Veranstaltungen und Aufträge aufgebraucht.

Doch es geht um mehr als Geld, so wie auch immer um mehr als Tanz geht.

Aktuell mache ich für meine »Tanze wild und frech« – Post Abonnenten einen regelmäßigen Call um sich gegenseitig auszutauschen – dies ist für alle aktuell sehr bereichernd und wir stellen gemeinsam fest, dass es kein richtig oder falsch gibt.
Auch bereichert es mich zu sehen, welche kreativen Lösungen in einem zweiwöchigen Rhythmus entstanden sind und wie die Teilnehmer dadurch Vertrauen in sich selbst gewinnen.

Wie siehst Du die zukünftige Entwicklung?

Ich habe in meiner tanzpädagogischen und tanzkünstlerischen Arbeit die letzten Jahre sehr viel gelernt; vor allem flexibel zu sein.

Deshalb halte ich es wie Beppo der Straßenkehrer aus Momo:

»Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man.

Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedesmal, wenn man aufblickt, sieht man, daß es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluß ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen.

Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muß nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.

Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein.
Auf einmal merkt man, daß man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste.
Das ist wichtig.«

Michael Ende

Doch abgesehen davon im Hier und Jetzt zu sein…

mache ich mir viele Gedanken darüber, wie wir, sobald wir wieder im Studio unterrichten dürfen, mit welcher Haltung dieses tun.

Denn trotz der durch Covid-19 bedingten Restriktionen und Verbote, sollten wir dies mit Menschlichkeit und Achtung tun.

Links zu Stefi Schmid:

Um Dich bei der »Tanze wild & frech« – POST einzutragen geht es hier entlang: https://www.stefischmid.de/newsletter/ 
Zum »Tanze wild & frech« – BLOG geht es hier entlang: https://www.stefischmid.de/tanze-wild-und-frech-blog-kindertanz/ 
Zum »Tanze wild & frech« – PODCAST geht es hier entlang: https://www.stefischmid.de/tanzewildundfrechpodcast/

Zur Homepage: https://www.stefischmid.de

Fotos:
1. Foto: Jens Wazel – https://www.jenswazelphotography.com
2. Foto: Klaus Buchholz


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Hier gibts alle Infos:
https://astrid-pinter.at/blog/tanzen-in-zeiten-von-corona-massnahmen

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Astrid Pinter

Tanz- und Ausdruckstherapeutin, Tanzpädagogin. Ich leite seit über 20 Jahren Tanz- und Bewegungsgruppen für Frauen.
Mehr über mich unter "Über Mich" :-)

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