13 Tipps für mehr Lebendigkeit und Freude beim Improvisieren im Ägyptischen Tanz

"Alles ist vorherbestimmt, Anfang wie Ende, durch Kräfte, über die wir keine Gewalt haben. Es ist vorherbestimmt für Insekt nicht anders wie für Stern.
Die menschlichen Wesen, Pflanzen oder der Staub, wir alle tanzen nach einer geheimnisvollen Melodie, die ein unsichtbarer Spieler in den Fernen des Weltalls anstimmt.‘‘

Albert Einstein

Improvisieren im Ägyptischen Tanz

Improvisieren im Ägyptischen Tanz: Zwischen Form und Freiheit

Ägyptischer Tanz ist traditionell ein Improvisationstanz. Dabei verwenden wir aber eine bestimmte Tanztechnik. Bestimmte Bewegungen und Schritte, die typisch für Ägyptischen Tanz sind. Freiheit und Form treffen so aufeinander und machen den besonderen Reiz und die Spannung im Tanz aus. Improvisieren kann aber auch eine echte Herausforderung sein. Die gute Nachricht: es lohnt sich, diese Herausforderung anzunehmen.

Bewegte Weiblichkeit - Improvisieren im Ägyptischen Tanz

Für Lebendigkeit, Beweglichkeit, Durchlässigkeit

Improvisieren fördert Deine Beweglichkeit, Durchlässigkeit, bringt Dich vom „Tun zum Sein“, lässt Dich Deine Lebendigkeit spüren und macht einfach Spass. Mehr als das, die Momente, in denen ich wirklich eins mit der Musik bin, lösen Glücksgefühle aus. Wer das Glück hat, zu Live-Musik zu tanzen, kann noch dazu eine direkte, lebendige Kommunikation mit der Musik erleben.

Wenn Du lernst „einfach zu tanzen“ wirst Du Verbundenheit mit der Musik und Freiheit im Ausdruck erleben. Die Konzentration auf die Musik und den Moment hilft Dir, „im Hier und Jetzt“ zu sein. Diese Präsenz macht den Tanz auch für ZuschauerInnen spannend. Aufregende Lebendigkeit, echte Kommunikation und pure Freude am Tanzen könnten die Folge sein.

“Nobody cares if you can't dance well. Just get up and dance.
Great dancers are great because of their passion.”

Martha Graham

1. Unser Ziel ist es, „die Musik sichtbar zu machen“ Aber: Die Musik muss niemals wörtlich übersetzt werden. Du als Tänzerin drückst aus, was die Musik in Dir auslöst.

Wenn Du Dich auf die Musik einlässt, sie wirklich hörst, wird sie im Körper sichtbar werden!

2. Gewöhn Dich an den Gedanken, nicht zu zeigen was Du kannst, sondern Dich selbst zu zeigen, Deine Stimmung und Deine Gefühle. Und vergiss dabei nicht: Du entscheidest in jedem Moment, wie viel Du von Dir her zeigst.

Sich der Musik und dem Tanz zu öffnen ist ein behutsamer, sanfter Prozess, der Dich fordern, aber nicht überfordern soll.

3. Die einzige wirklich gute Übung zu Improvisieren ist Tanzen, Tanzen, Tanzen.
4. Such Dir Musik aus, die Du wirklich magst, die Dich berührt und zum Tanzen verführt. Empfehlenswert ist für den Beginn ist ein einfaches Stück: Sha’abi, Song-Baladi, auch klassische Stücke oder Popmusik. Wenn Du Inspiration brauchst melde Dich zum Newsletter an und lade Dir meine Musiktipps hier herunter: Zum Download

Ein weiterer Punkt ist das Verständnis der Musik: woher kommt sie, was sind die geschichtlichen Aspekte, was will der/die Komponist, Sängerin, MusikerIn damit sagen, was löst die Musik in mir aus?

Gibt es eine bestimmte Struktur, ganz verschiedene Stimmungen, Brüche? Ein generelles Verständnis von verschiedenen Musikstilen macht das Improvisieren zu unbekannten Stücken einfacher! Wir tanzen nur, weil es die Musik gibt!

5. Finde Deine Lieblingsbewegungen, entspann Dich und stell Dich drauf ein, sehr lange die selbe Bewegung zu wiederholen. Das hilft Dir, die Musik zu hören, „in die Musik zu fallen“, die Musik und Deine Bewegung mit Inhalten zu füllen.

Du wirst mit der Zeit wahrnehmen, dass sich diese Bewegung immer neu anfühlt, eine Verbundenheit zur Musik bekommt.

6. Wenn Du Dich wirklich wohl fühlst mit dieser einen Bewegung, sich vielleicht sogar schon ein leichter Anflug von Langeweile einstellt, nimm eine zweite Bewegung dazu.

Das stärkt gleichzeitig Deine Technik und Dein Vertrauen darauf, dass „es genug ist“, dass Du nichts leisten musst, nicht zeigen musst, was Du kannst.

7. Die Technik soll Dich insgesamt nicht überfordern – bleib so lange bei einfachen Bewegungen, bis sie fließend werden, leicht fallen. Zu komplizierte, schwierige Bewegungen bringen dich weg von der Musik! Wiederholungen in der Musik, z.B. ein immer wiederkehrender Refrain, können natürlich auch durch Wiederholung der Bewegungen interpretiert werden.

Das gibt dem Stück Struktur und schafft einen „Wiedererkennungseffekt“.

8. Wiederhole Punkt 6 wann immer es so weit ist. Das wird Dein spontanes Bewegungsrepertoire und Deine Freude am Tanzen vergrößern. Versuch hier keine Abkürzung:-)

Es wird Dir helfen, den Moment wahrzunehmen, ganz im Augenblick zu sein.

9. Hör Deine Lieblingsmusik wann immer Du Lust und Zeit dazu hast - das wird Dein Musikverständnis verbessern, Du lernst Wiederholungen, Refrains, Muster in der Musik zu erkennen.
10. Mach Dich mit den Rhythmen in der Ägyptischen Musik vertraut. Ruhig auch mal zählen oder trommeln. Lass Dich auf den Rhythmus ein, lass ihn im Körper spürbar werden, z.B. durch Gehen, Klatschen, einfache Schritte.

Ich empfehle die CD Einführung in die orientalischen Rhythmen von Bruno Aßenmacher - kann direkt bei ihm bestellt werden.

11. Beweg Dich immer wieder mal ganz frei zu einem Musikstück Deiner Wahl, folge einfach und ganz ohne Technik / Vorgaben der Musik, übe im Moment zu sein, die Musik im Körper zu spüren
12. Tanze Baladi - die Struktur in der Musik gibt Stimmungen und Bewegungen vor und kann eine schöne Einstiegshilfe ins Improvisieren sein.

Und als kleiner Abschluss-Tipp:-)

13. Jede Improvisation fällt leichter als die Vorhergehende!

“All that is important is this one moment in movement.

Make the moment important, vital, and worth living.

Do not let it slip away unnoticed and unused.”

Martha Graham

Welche Erfahrungen hast Du  mit freiem Tanz / Improvisieren gemacht? Hinterlass einen Kommentar - ich freu mich, von Dir zu hören!


Newsletter

Du möchtest auf dem Laufenden bleiben? Schließ Dich 894 AbonnentInnen an und fordere hier den Newsletter an!. 13 Tipps zum Improvisieren + Musiktipps zum Download gibts gratis dazu!

Posted in Ägyptischer Tanz, Blog and tagged , , , , .

Astrid Pinter

Tanz- und Ausdruckstherapeutin, Tanzpädagogin. Ich leite seit über 20 Jahren Tanz- und Bewegungsgruppen für Frauen.
Mehr über mich unter "Über Mich" :-)

4 Comments

  1. Vielen Dank für den schönen Artikel . ich stimme Dir in allen genannten Punkten zu. Ich finde Du hast das Wichtigste sehr schön zusammengefaßt. In meinen Tanzgruppen lege ich zum Ende des Unterrichts immer eine schöne Musik auf und lade zum „freien Tanzen“ ein. Obwohl viele Frauen sich dagegen wehren entlasse ich sie nicht aus dieser Aufgabe.Mit der Zeit merken sie selbst, wie wichtig die Übung ist.
    LG Shoushana

  2. Liebe Shoushana,

    schön von Dir zu lesen!
    Freut mich, dass Du mit dieser Aufstellung was anfangen kannst.
    Das freie Tanzen von Anfang an find ich auch wichtig. Dass sich die Teilnehmerinnen dagegen wehren wird eh weniger mit der Zeit 🙂 Dir noch viel Freude beim Tanzen und Unterrichten und schöne Feiertage!
    Astrid

  3. Pingback: Frauen werden sichtbar - Tanz als Therapie - Tanz zu Dir Selbst

  4. Pingback: Tanz zu Dir Selbst - Jahresrückblick 2016 - Tanz zu Dir Selbst

Kommentar verfassen