Baladi – der Blues Ägyptens

Baladi

Raqs Baladi (Tanz meines Landes, meines Volkes) entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den ägyptischen Städten (hauptsächlich in Cairo) als Verschmelzung von traditionellem Sha’abi mit Einflüssen aus dem Westen – wie z.B. Blues und Jazz.

Neue Instrumente wie Akkordeon oder Saxophon wurden übernommen und veränderten so die traditionelle Musik. Diese Form im Ägyptischen Tanz ist im Wechselspiel zwischen Musikern und Tänzerinnen entstanden.

Im Tanz mit Live-Musik steht deshalb auch der kommunikative Aspekt sehr stark im Vordergrund. Im Idealfall improvisieren Musiker und Tänzerinnen miteinander, indem die Führung gewechselt wird. Genau wie die Musiker Rhythmus und Melodie vorgeben, kann dies die Tänzerin durch ihre Bewegung.

Möglich ist das, weil die Improvisation einer Grundstruktur folgt. Dabei spannt sich ein emotionaler Bogen von wehmütigen, getragenen über klare, kraftvolle bis zu feurigen Elementen. Der eher melancholische Beginn verbreitet tatsächlich Blues-Stimmung.

Interessiert?

Sich über einen längeren Zeitraum intensiv auf den Tanz einzulassen, ermöglicht jeder Tänzerin spürbare Schritte in ihrer Entwicklung - tänzerisch als auch persönlich.

Mach den nächsten Schritt – ich freu mich aufs Tanzen mit Dir!

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Baladi

Ashra Baladi

Nach mündlicher Überlieferung von „El Sheikh Taha“, einem ägyptischen Sufi-Musiker und Akkordeonisten bestand die traditionelle Form des „Ashra Baladi“ (Ashra = zehn) aus zehn Teilen, was sich im Laufe der Zeit veränderte.

Die modernere Form wird von ihm so beschrieben:

Einführung
Hier wählt die Tänzerin ein lebhaftes und faszinierendes Lied oder Musikstück, um ihren Auftritt zu beginnen. Auch „Tahmelah“ oder „Song Baladi“ genannt.

Taqasim hor
„Freier Taqasim“. Das führende Instrument, in der Regel ein Akkordeon, manchmal auch eine Kawalah (eine tiefklingende Flöte) oder das Saxophon, beginnt mit einer Solo- Improvisation. Als eine traurige Ausdrucksform erweckt dieser Taqasim beim Publikum tiefergehende Gefühle und Emotionen.

Baladi
Ägyptischer Tanz - Workshops in Österreich

Awady
Nach dem Solo-Taqasim beginnt die Tablah mit einem gleichmäßigen Rhythmus, der manchmal durch ein plötzliches Abbrechen (sakkat) betont wird. Das weibliche Thema wird von der Musik beschrieben, wenn Akkordeon und Tablah mit den Bewegungen, die die Tänzerin vorgibt, interagieren. Das dauert so lange, wie die Tänzerin braucht, um ihren Ausdruck zu vollenden.

Tet
Ein Stimmungswechsel erfolgt mit dem Ausbruch des Tet, der einen feurigeren Abschnitt einleitet und bei dem die Tänzerin ihr ganzes Können zeigen kann. Hierzu wird ein schneller, sich wiederholender Rhythmus benutzt, der sich langsam hochschraubt. Der Tet kann manchmal langsam mit einem Tet bati beginnen, der das Drama aufbaut, und zu einem schnellen Tet sari überwechseln.

Engrarah
“Engrar“ bedeutet ziehen oder ausdehnen und ist einfach eine zusätzliche Erweiterung des Tet, bei dem die Tablah der Musik mehr Farbe und Tempo verleiht.

Aflah
Für den Schluss signalisiert die Tänzerin entweder einen schnelleren Rhythmus, bei dem ihre Bewegungen immer mehr beschleunigen, oder sie lässt die Musik bis zu einem abschließenden Stopp langsamer werden.

Solo Tablah
In letzter Zeit ist es populär geworden, eine Solo-Improvisation auf der Tablah ins Programm der Tänzerinnen aufzunehmen.

Baladi als weiblicher Solotanz ist immer ein Improvisationstanz. Die Tänzerin folgt der im traditionellen Baladi sehr komplexen Struktur der Musik mit Körper und Gefühl – sie wird zum zusätzlichen Instrument, zur Verbindung zwischen Musik und Publikum, sie macht das Unsichtbare sichtbar, was für mich abseits von Glamour und Glimmer auch den „Zauber“ dieses Tanzes ausmacht.

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Sich über einen längeren Zeitraum intensiv auf den Tanz einzulassen, ermöglicht jeder Tänzerin spürbare Schritte in ihrer Entwicklung - tänzerisch als auch persönlich.

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Astrid Pinter

Tanz- und Ausdruckstherapeutin, Tanzpädagogin. Ich leite seit über 20 Jahren Tanz- und Bewegungsgruppen für Frauen.
Mehr über mich unter "Über Mich" :-)

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