Über Germany’s next Topmodel, Frauenbilder und den Wirtschaftsfaktor Unzufriedenheit

480px-Olga_Grjasnowa_2Olga Grjasnowa stammt aus Baku in Aserbeidschan, ist Autorin (Der Russe ist einer, der Birken liebt), studierte Tanzwissenschaften in Berlin und schreibt aus der Sicht Ihrer Kindheit / Jugend hinter dem Eisernen Vorhang über Heidi Klum und

Germany’s next Topmodel:

Es gab weder den vermeintlichen Glamour noch die Glitzerschuhe oder die Werbekunden, und der berufliche Aufstieg basierte nicht unbedingt auf dem perfekten Foto oder den Körpermaßen, sondern auf guten Noten in den Naturwissenschaften. Mädchen konnten Astronautin, Ärztin und Traktorfahrerin werden. Ich sage nicht, dass es die Gleichberechtigung gab, aber Mädchen konnten träumen – auch von ihr.

Auf die Ausführungen über das, was die Casting-Show beinhaltet und bezweckt will ich jetzt gar nicht näher eingehen

(Fetischisiert, vermessen, vorgeführt und verkauft: Germany’s Next Topmodel richtet eine ganze Generation zugrunde)

1024px-Jana_im_Red-InterviewLeider ernst zu nehmen

aber: Grjasnowa meint in ihrem Artikel, dass die Show leider ernst zu nehmen ist. In den vergangenen Jahren haben sich bereits mehr als 135.000 Mädchen beworben. Die Rede ist ja immer von Mädchen, nie von Frauen. Möglichst dünn, möglichst jung, möglichst unzufrieden mit sich selbst – das ergibt die perfekte Konsumentin: Mode, Kosmetika, Diät, Urlaubsdomizile usw. soll diese Show bewerben.

Die Brutto-Werbekosten für einen 30-sekündigen Werbespot betrugen im März 2014 fast 90.000 Euro

schreibt Olgra Grjasnowa  und zitiert dann die britische Autorin Laurie Penny:

Wenn alle Frauen dieser Erde morgen früh aufwachten und sich in ihren Körpern wirklich wohl und kraftvoll fühlten, würde die Weltwirtschaft über Nacht zusammenbrechen.

und Heidi Klum:

Die Modelmutter sagte voller Stolz über sich selbst am Anfang der achten Staffel: „Ich gehöre heute zu den wahrscheinlich meistfotografierten Frauen auf der Welt und darf die wunderschönsten Kleider dieser Welt tragen.“ Es ist erschreckend wenig.

Ein interessanter und unterhaltsam geschriebener Artikel – am besten lesen und weiterverbreiten!

Zum Artikel:

http://www.zeit.de/freitext/2015/02/12/grjasnova-gntm-germanys-next-topmodel/

Über die Autorin:

https://de.wikipedia.org/wiki/Olga_Grjasnowa

Foto:

Jana im Red-Interview“ von CHR!SEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Olga Grjasnowa 2“ von Heinrich-Böll-StiftungFlickr: Olga Grjasnowa. Lizenziert unter CC BY-SA 2.0 über Wikimedia Commons.

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Astrid Pinter

Tanz- und Ausdruckstherapeutin, Tanzpädagogin. Ich leite seit über 20 Jahren Tanz- und Bewegungsgruppen für Frauen.
Mehr über mich unter "Über Mich" :-)

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