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Ägyptischer Tanz und weibliches Selbstbewusstsein

Ägyptischer Tanz und Selbstbewusstsein?

Ägyptischer Tanz und weibliches SelbstbewusstseinDass Tanzen sich auf unser Selbstbewusstsein auswirkt, ist inzwischen gut bekannt. Aber wie ist das mit Ägyptischem Tanz? Gibt es eine Verbindung von traditionellem Ägyptischen Tanz und weiblichem Selbstbewusstsein?

Ich selbst hatte mich mit den verschiedensten Tanzformen beschäftigt, von Ausdruckstanz über Butoh, verschiedensten Formen des Orientalischen Tanzes, Kreistänzen, Flamenco, Standardtanz u.a. als ich mit traditionellem Ägyptischem Tanz 1999 in Berührung kam.

Als besonders wohltuend erlebte ich dabei das „Grounding“ und die Zentrierung auf die eigene Mitte. Das tiefere Eintauchen in diese Tanzform bewirkte einige Veränderungen: Meine Rückenschmerzen schwanden, die Haltung wurde aufrecht und meine Seele freute sich über die Erweiterung meiner Ausdrucksmöglichkeiten.

Während meiner Ausbildung zur Tanztherapeutin habe ich versucht hinter dieses Geheimnis zu kommen. Ich hab versucht herauszufinden was genau diese Veränderungen bewirkt. Dabei habe ich Hinweise in verschiedenen Bereichen gefunden:

Bewegung:

Ägyptischer Tanz & SelbstbewusstseinGanzheitlichkeit der Bewegung steht im Vordergrund. Das macht sich vor allem in den weich-fließenden Bewegungen bemerkbar: Kreise, Achter, Wellen gehen vom Körperzentrum aus – die Arme werden „von der Wirbelsäule mitbewegt“. Das bewirkt eine starke Zentrierung, Aktivierung der Muskeln um die Wirbelsäule und – bewegungsanalytisch gesehen – eine starke Konzentration nach innen, zur eigenen Mitte hin.

Zentral initiierte Bewegung ist meditativ, gefühlsbetont, „aus dem Bauch heraus“, sich ganzheitlich zu bewegen entspricht den Qualitäten von Loslassen, sich Einlassen, Freiheit und Hingabefähigkeit.

„Ich hab auf jeden Fall ein anderes Körperbewusstsein bekommen, viel
Freude damit erlebt und einen guten „Draht“ zu meinem Körper und mehr Gelassenheit entwickelt.“
Kursteilnehmerin, Universitäts-Sportinstitut Graz

Ausdruck:

Ägyptischer Tanz und SelbstbewusstseinAuch hier geht es um eine Bewegung von „Innen nach Außen“.

Wie ich an mir selbst und in vielen Workshops und Kursen erleben konnte und kann, ist dieser Aspekt eine der größten Hürden, mit der sich jede Frau, die sich ernsthaft auf den Tanz einlassen möchte, konfrontiert sieht:

Es geht um den Weg vom „Machen“ zum „Sein“, vom Showtanz zum Ausdruckstanz, nichts darzustellen, sondern den Moment zuzulassen. Der ist nicht so einfach, lohnt sich aber. Haben wir erst mal die Beschränkungen von Normen und Vorstellungen „wie wir zu sein haben“, hinter uns gelassen, bleibt nur noch Freude an Tanz und Kommunikation. Und jeder Schritt in diese Richtung kann direkt in den Alltag übernommen werden.

„ Körperlich bin ich sicherlich lockerer und beweglicher geworden. Manchmal auch im Leben, ich nehme nicht immer alles so ernst, bin vielleicht auch gelassener geworden. Die Tendenz meines Selbstbewusstseins ist steigend.“
(Teilnehmerin an einer Tanztherapie-Gruppe, Psychosoziales Zentrum Leibnitz)

Musik:

MusikTraditionelle Ägyptische Musik wurzelt in den Musiktraditionen der Fellahen (BäuerInnenn), Ghawazee (ZigeunerInnen), der Beduinen und der aus Nubien kommenden Musik. Die typischen Instrumente wie z.B. Mizmar (Oboe), Rebaba und Arghul (Doppel-Bambus-Flöte) gehören zu den antiken Instrumenten. Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert entwickelte sich in den ägyptischen Städten (Cairo, Alexandria) ein neuer Musikstil (Baladi) als Verschmelzung von traditioneller Volksmusik mit Einflüssen aus dem Westen – wie z.B. Blues und Jazz. Neue Instrumente wie Akkordeon oder Saxophon wurden übernommen und veränderten so die traditionelle Musik. Eine weitere Grundlage für die Musik ergibt sich aus den höfischen Musiktraditionen in Ägypten. Hier ist einerseits die Musik des „Takht-Ensembles“ zu nennen, andererseits klassische Orchestermusik. Zunehmend wird auch moderne Welt- und experimentelle Musik verwendet.
Auf die Musik bezogen sieht sich die Tänzerin als „zusätzliches Instrument“, als diejenige, die die Musik sichtbar macht.

Bekleidung:

Die Bekleidung ist traditioneller ägyptischer Kleidung nachempfunden, für den Tanz adaptiert und soll den Tanz unterstützen. Es werden weite, bodenlange Röcke, geschlossene Oberteile und oft auch Kopfschleier verwendet.

Warum Ägyptischer Tanz?

Der Tanz in der Frauengruppe, konkurrenzloses „Miteinander“, das sind heute für viele Frauen die Gründe, sich für diese Tanzform zu entscheiden.

motivation-773942_1280Raqs Sharqi ist für viele auch ein Weg zur Aussöhnung mit Ihrer Weiblichkeit – mit Ihrem „Sosein“. Gängige Figur- und Schlankheitsideale verlieren an Bedeutung, gesteigerte Selbstakzeptanz und die gute „Verankerung“ in der eigenen Mitte stärken das Selbstbewusstsein, schaffen die Möglichkeit sich von Normen zu befreien und erweitern so die eigenen Grenzen.

Das bedeutet eine, sanfte, liebevolle und „freundliche“ Zuwendung zur eigenen Person und ermöglicht einen respektvollen Umgang mit den anderen Frauen in der Gruppe. Das Erleben, dass jede Frau einzigartig und unnachahmlich ist und tanzt, nimmt Konkurrenzdenken den Boden.

Viele im Konkurrenzdenken verhaftete Strukturen von „immer größer, weiter, schneller, besser“ werden bedeutungslos, was eine große Erleichterung bedeuten kann und einen wirklichen Rückzugsort schafft. Kleine Erholungsinseln vom Alltagsstress, Kraft schöpfen können durch „Einfach Sein dürfen„.

„Meine Rückenschmerzen haben sich gebessert. Ich bin beweglicher, meine Haltung ist aufrechter. Was sich sicherlich auch verändert hat, ist mein Verhältnis zu meiner Weiblichkeit. Meine Selbstsicherheit hat zugenommen.“
Teilnehmerin an einem Wochenend-Seminar, Raiffeisenhof Graz

Die Bewegungen im Raqs Sharqi setzen das Finden des eigenen Zentrums voraus. Je mehr eine Tänzerin so in ihre Mitte – bzw. zu sich selbst – findet, umso selbstverständlicher und kraftvoller wird ihre Ausstrahlung nach außen. Die Tänzerin macht so das Unsichtbare sichtbar, „übersetzt“ die Musik und gibt die Freude, Achtung und Selbstliebe nach außen – was den eigentlichen „Zauber“ dieses Tanzes ausmacht.

Mein persönliches Anliegen ist es, die von mir selbst erfahrenen körperlichen und psychischen Wachstumsprozesse an die Teilnehmerinnen weiterzugeben und so neue Perspektiven zu erschließen, wie

Verbessertes Körperbewusstsein
Stärkung von Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein
Mehr Gelassenheit im Alltag; Stress-Abbau
Aussöhnung mit dem eigenen Körper und ein daraus resultierendes
gesundheitsbewussteres Verhalten

„…wirkt das erdige Tanzen und die aufrechte Haltung auch auf meine Rhetorik… Ich konnte mir früher überhaupt nicht vorstellen, vor ein fremdes oder kritisches Publikum zu treten und eine Rede zu halten.“
Kursteilnehmerin, VHS Bad Radkersburg

13 Tipps zum Improvisieren – für mehr Freude und Lebendigkeit beim Tanz

13 Tipps zum ImprovisierenInspiration gesucht? Du tanzt gern ägyptisch / orientalisch / zu Weltmusik und bist auf der Suche nach inhaltlicher und / oder musikalischer Inspiration für Deinen Unterricht, Dein Seminar oder zum „einfach Tanzen“?

13 Tipps zum Improvisieren – für mehr Lebendigkeit und Freude beim Tanz

Musiktipps für Ägyptischen / Orientalischen Tanz: Sha’abi, Ghawazi, Baladi und mehr

Lade Dir hier die beiden übersichtlichen Zusammenstellungen herunter!

 


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Astrid Pinter

Tanz- und Ausdruckstherapeutin, Tanzpädagogin. Ich leite seit über 20 Jahren Tanz- und Bewegungsgruppen für Frauen.
Mehr über mich unter "Über Mich" :-)

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